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Alltag mit Demenz

Hier finden Sie Tipps für Menschen mit Demenz, aber auch Tipps für Angehörige und Bezugspersonen.

Tipps für Menschen mit Demenz

Der Alltag verändert sich mit der Diagnose Demenz. Im Frühstadium können Sie mit einem strukturierten Tagesablauf und dem Beibehalten von vertrauten Aufgaben und angenehmen Tätigkeiten das Leben mit Demenz gut meistern. Hier haben wir Ihnen einige Tipps und Hilfestellungen zur Gestaltung des Alltags zusammengestellt:

  • Strukturieren Sie den Alltag. Ein gleichbleibender Tagesablauf gibt Halt – erstellen Sie dazu eine Wochenplanung, dies vermittelt Ihnen Sicherheit und kann Ihnen zu Beginn helfen, einen geregelten Ablauf aufrechtzuerhalten.
  • Tragen Sie Termine und Verabredungen in einen Kalender ein und haken Sie sie ab, wenn sie vorbei sind.
  • Bewahren Sie wichtige Dinge (z. B. Hausschlüssel) an einem festen Ort auf. Wenn Sie alleine leben hinterlegen Sie einen Ersatzschlüssel bei einem vertrauten Nachbarn. Hängen Sie wichtige Telefonnummern an einem häufig frequentierten Platz in Ihrer Wohnung auf.
  • Gehen Sie unter Leute und verfolgen Sie Ihre Interessen und Hobbys weiterhin.
  • Erledigen Sie (schwere) Aufgaben mit Ihren Angehörigen oder vertrauten Personen.
  • Bleiben Sie mobil und bewegen Sie sich.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und trinken Sie ausreichend. Feste Essens- und Trinkzeiten können dabei helfen.

Weitere Informationen und Tipps finden Sie auf der Webseite der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. und unter Alzheimer Austria.

Die Alzheimer Gesellschaft in der Schweiz hat eine sehr gute Informationsbroschüre "Nach der Demenz-Diagnose" für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen veröffentlicht (mit Möglichkeit zum pdf-Download).

 

Hilfreiche Informationen zum Lesen und Herunterladen:

 

Tipps für Angehörige und Bezugspersonen

Der Großteil der Menschen mit Demenz lebt zu Hause und wird dort von Familienangehörigen oder anderen Bezugspersonen unterstützt und versorgt. Die demenzielle Erkrankung stellt für die betreuende Person und die/den zu Pflegende/n eine große Herausforderung dar. Sie übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe, die sich über einen langen Zeitraum erstreckt.

Hier möchten wir Ihnen hilfreiche Tipps geben, damit aus der Zeit mit der Demenzerkrankung schöne und erfüllte gemeinsame Jahre werden:

  • Informieren Sie sich über die Erkrankung und Möglichkeiten der Unterstützung (z. B. Informationsblätter der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.v.)
  • Bei Menschen mit Demenz treten Schwierigkeiten in der Kommunikation auf – diese Sprachstörungen sind eine Folge der Beschädigung der Sprachareale im Gehirn. Sie haben oft Schwierigkeiten Worte für ihre Gedanken zu finden und Worte anderer Menschen zu verstehen. Informieren Sie sich daher über Kommunikationskonzepte (z. B. Validationpersonenzentrierter Ansatz nach Tom-KitwoodABC-Schema nach J. Powell, … ).
  • Erhalten Sie so lange wie möglich die Selbstständigkeit und Autonomie Ihrer bzw. Ihres Angehörigen.
  • Sorgen Sie für sich selbst und nehmen Sie Hilfe und Unterstützung bei Bedarf in Anspruch.
  • Achten Sie auf das, was noch gut funktioniert, erhalten Sie es und bauen Sie darauf auf.
  • Sprechen Sie immer Lob und Anerkennung aus.
  • Strukturieren Sie den Alltag und Tagesablauf nach ihren/seinen Gewohnheiten.
    • Rituale geben den Betroffenen Sicherheit (Morgengruß, Abendzeremonie, schön gedeckter Tisch).
    • Ermöglichen Sie eine regelmäßige Tagesstruktur (Mahlzeiten, Aktivitäten, Entspannungsphasen).
    • Bieten Sie vertraute und interessante Beschäftigungen und Aufgaben an – achten Sie dabei darauf, dass keine Über- und Unterforderung entstehen (ev. Haus- und Gartenarbeit, siehe auch Tipps für den Haushalt).
    • Menschen mit Demenz haben oft einen großen Bewegungsdrang. Planen Sie tägliche gemeinsame Spaziergänge ein (z. B. Ausflüge, Wald, Zoo, Stadt, Kaffeehaus). Oft entsteht der Impuls, ohne Begleitung nach draußen zu gehen. Betroffene können sich dabei verlaufen und Gefahren aussetzen (Wetter, Verkehr). Hier hilft es, wenn sie ihren Namen und die Telefonnummer einer nahen Bezugsperson bei sich tragen (z. B. Alzheimer-Armband und Alzheimer-Karten für Menschen mit Demenz).

 

Tipps zur Körperpflege und zum Anziehen

  • Behalten Sie Gewohnheiten bei (z. B. ist die/der Betroffene es gewohnt, immer abends zu duschen).
  • Schaffen Sie ein angenehmes Ambiente (Lieblingsdüfte, schöne Frisur, Rasur, Make-up, Lippenstift, …).
  • Wenn Widerstand beim Duschen und Baden auftreten, liegt das vielleicht am Schamgefühl der betroffenen Person (Rollenwechsel). Hier erhalten Sie Unterstützung durch eine Hauskrankenpflege oder 24-Stunden-Pflege.
  • Kleiderauswahl: Bieten Sie max. zwei Möglichkeiten an.
  • Legen Sie die Kleidung in der richtigen Reihenfolge bereit.
  • Geben Sie Lieblingsstücken (ev. in doppelter Ausführung) und bequemer Kleidung den Vorzug.
  • Kaufen Sie keine neue Kleidung – die/der Betroffene hat dazu keinen Bezug.
  • „Schön anziehen“ an besonderen Anlässen (Kostüm, Krawatte) fördert das Selbstbewusstsein.

 

Tipps für den Haushalt

  • Bitte achten Sie bei allen angeführten Tätigkeiten auf Zeichen der Unter- oder Überforderung!
  • Erstellen Sie mit der/dem Betroffenen eine Einkaufsliste und gehen Sie gemeinsam einkaufen (Achtung vor Überforderung!).
  • Lassen Sie sich bei den Vorbereitungen für die Mahlzeiten und beim Kochen helfen, wenn es der/dem Betroffenen Freude macht (z. B. Salat waschen, Teig rühren, Obst waschen, Kartoffel schälen).
  • Decken Sie gemeinsam den Tisch, lassen Sie Brot und Getränke vorbereiten oder Servietten falten.
  • Lassen Sie die/den Betroffene/n Tätigkeiten, die sie/er früher im Haushalt erledigt hat, auch weiterhin ausführen. Bieten Sie zusätzliche Tätigkeiten an (z. B. Staubsaugen, Staubwischen, Schuhe putzen, Geschirrspüler ausräumen, Geschirr abtrocknen, Hilfe beim Wäschewaschen und Trocknen).
  • Beziehen Sie die/den Betroffenen in die Gartenarbeit mit ein (z. B. Blumen setzen, Unkraut jäten, Blumen gießen).

 

Aktivierung und Erinnerungen wecken

  • Sehen Sie sich gemeinsam alte Fotoalben oder Urlaubsfilme an.
  • Blättern Sie gemeinsam Bildbände oder Bücher durch.
  • Sagen Sie gemeinsam vertraute Sprüche, Reime und Gedichte auf.
  • Singen Sie bekannte Lieder und hören Sie sich Lieblingsmusik an.
  • Suchen Sie Erinnerungsstücke von früher (Bezug zu Schulzeit, Urlaub, Arbeitsleben).
  • Spielen Sie gemeinsam was Ihnen Spaß macht (Memory, Puzzle, Kartenspiele, Wortspiele, Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, leichte Gedächtnisübungen, mit weichen Bällen).
  • Regen Sie die/den Betroffene/n an, Hobbys und Tätigkeiten fortzuführen (Basteln, Sammeln, Malen, Werken, Handarbeit, Tanzen, Musikmachen).
  • Beachten Sie bitte: Alle Spiele, Tätigkeiten oder Gedächtnisübungen sollten dem Krankheitsstadium, der Tagesverfassung und den persönlichen Vorlieben der/des Betroffenen angepasst sein. Versuchen Sie, viel gemeinsam zu machen. Es soll Spaß machen und nicht zu Überforderung und Stress führen.

 

Hier können Sie sich Tipps für den Alltag zuhause auch als Dokument herunterladen.

 

Informationsangebote speziell für Kinder

 

Hilfreiche Links